Metaanalyse zu Wechselwirkungen zwischen Strom-, Wärme- und Verkehrssektor

Das Beratungsunternehmen Prognos hat im Auftrag der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) die Ergebnisse von 25 Studien zum Flexibilitätsbedarf und den -potenzialen im deutschen Stromsystem gegenübergestellt. In allen Klimaschutzszenarien spielen die fluktuierenden Stromerzeuger Sonne und Wind die Schlüsselrolle in der zukünftigen Energieversorgung. Sie auch im Wärme- und Verkehrssektor nutzbar zu machen ist wesentlich, um bis 2050 die Energieversorgung nahezu vollständig klimaneutral erfolgen, so wie es im Weltklimavertrag festgehalten ist.

„Da Wind- und Sonnenenergie die weitaus größten Potenziale haben, werden sie in Zukunft eine wesentliche Säule der Energieversorgung auch in diesen Sektoren bilden“, fasst Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, das Ergebnis der Metaanalyse zusammen.

Die durch den Ausbau von Erneuerbaren Energien großen und schwankenden Strommengen verlangen vom Stromsystem ein hohes Maß an Flexibilität. Diese kann auf Erzeugerseite durch den bedarfsgerechten Betrieb von fossilen Kraftwerken, Biogas- und KWK-Anlagen erreicht werden, aber auch durch Netzausbau, Stromaustausch mit dem Ausland und Lastmanagement bei Stromverbrauchern sowie durch Stromspeicher.

Dabei misst ein großer Teil der Studien sogenannten neuen Stromverbrauchern eine wachsende Bedeutung für die Flexibilisierung der Stromnachfrage bei. Darunter fällt eine zunehmende Nutzung von Strom für Wärmezwecke. Elektrische Wärmepumpen werden dabei eine große Rolle spielen, zudem sollen Stromüberschüsse im Rahmen von Power-to-Heat-Konzepten, z. B. durch Einspeisung in Wärmenetze verwertet werden.

Welche Flexibilitätsoption zu welchem Zeitpunkt und in welchem Umfang eingesetzt wird, ist den für die Metaanalyse untersuchten Studien zufolge abhängig vom Erfolg beim Netzausbau, der Kostenentwicklung von Speichertechnologien sowie vom Zusammenspiel der verschiedenen Optionen. Langfristig könnten aus Klimaschutzgründen sämtliche Flexibilitätsoptionen notwendig und wirtschaftlich werden.

Die komplette Studie finden Sie hier.