Geplante Sektorkopplung droht in die Förderfalle zu laufen

Ab 2017 werden durch den neuen Paragraphen 13.6a im Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) Power-to-Heat-Anlagen in Höhe von insgesamt 2.000 Megawatt gefördert. Die Vergütungssystematik zur Power-to-Heat-Förderung stellt jedoch nicht sicher, dass die wirkungsvollsten und ökonomischsten Anlagen entstehen. 

Weil die meisten Standorte bei großen kommunalen Wärmenetzen bereits Power-to-Heat nutzten, werden vor allem hunderte kleiner Anlagen von bis zu fünf Megawatt bei städtischen Wärmenetzen, Schwimmbädern und Co. von meist kommunalen Betreibern einen Förderantrag stellen. Aufgrund der Förderkriterien liegen sie alle ausschließlich im Netzausbaugebiet.

Das Interesse von Industrieunternehmen, einen Förderantrag zu stellen, wird hingegen gering sein. Schuld ist die Vergütungssystematik der Kostenerstattung sowie die fünfjährige Bindung nicht nur der Power-to-Heat-Anlage, sondern auch der komplementären KWK-Anlage. Dabei könnten industrielle Wärmenetze, die oftmals pro Standort einen ganzjährigen Wärmebedarf von über 100 Megawatt haben und entsprechend große Anlagen realisieren könnten, schnell und kostengünstig erschlossen werden.

„Zwar sind die Netzbetreiber angehalten, bei gleicher Eignung die günstigsten Standorte vertraglich zu binden, doch aufgrund falscher Anreize in der Vergütung, werden die am besten geeigneten und günstigsten Standorte vermutlich gar nicht zur Wahl stehen. Damit droht die geplante Sektorkopplung in die Förderfalle sowie in Bürokratismus und Kostenexplosion zu laufen“, sagt Philip Mayrhofer, Geschäftsführer von Enerstorage.

Die installierte Leistung großer Power-to-Heat-Anlagen in der Industrie kann sich nach Schätzungen von Enerstorage bis 2020 verzehnfachen. Das ist vor allem dann realistisch, wenn Power-to-Heat-Anlagen in Zukunft nicht nur im Regelenergiemarkt, sondern auch als zuschaltbare Last vermarktet werden. Dazu müssen jedoch die rechtlichen Rahmenbedingungen angepasst werden, sprich dynamische Stromnebenkosten und ein wettbewerbliches Ausschreibungsverfahren eingeführt werden. Eine entsprechende Kehrtwende kann bereits in rund drei Jahren eingeläutet werden. Denn durch das im Paragraphen 13.6a EnWG festgelegte Vergütungssystem wird es für den zuständigen Übertragungsnetzbetreiber schwer, Power-to-Heat-Anlagen mit insgesamt 2.000 Megawatt schnell genug zu realisieren. In diesem Fall ist eine weitergehende Regelung in Form einer Verordnung zu erwarten.